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Challenge Nachfolgeregelung – hat Ihr Unternehmen eine Zukunft?

„Hat mein Unternehmen eine Zukunft?“ Diese bange Frage treibt viele Unternehmer um. Mit Blick auf die Krisen, mit welchen sie sich konfrontiert sehen (diesem Blick bin ich letzten Blog nachgegangen). Aber auch mit Blick auf die Nachfolgeregelung im eigenen Unternehmen.

Die Nachfolgeregelung ist eine der grossen Challenges für viele Unternehmen. Die Fragen rund um eine gelingende Nachfolge brennen, wie ich bei meinen Mandaten gehäuft feststelle, gerade KMU-Unternehmern unter den Nägeln. Also: Hat Ihr Unternehmen eine Zukunft – und wenn ja, wie sieht die aus?

Generationenwechsel bei der Stütze der Gesellschaft

Im Jahr 2021 waren von den 603.602 im Handelsregister eingetragenen schweizerischen Unternehmen 91.360 auf der Suche nach einer Nachfolgeperson, wie aus einer Erhebung der Inkassogesellschaft Dun & Bradstreet hervorgeht. 

Rund 15% der Schweizer Unternehmen mit 1 bis 49 Beschäftigten sind laut der Erhebung von Problemen bei der Nachfolgeregelung betroffen: Weil sich in der kommenden Generation niemand findet, der die Nachfolge im Familienunternehmen einnehmen will. Weil sich auch in nicht familiengeführten Unternehmen kein Nachfolger findet, der im Sinne des Unternehmers das Business weiterführen kann.

Der Generationenwechsel ist gerade bei den kleinen und mittleren Unternehmen, den Unternehmen also, welche die Stütze unserer Gesellschaft sind, problematisch. Umso wichtiger ist es, die Generation, die gerade in der Verantwortung steht, zu stärken, damit diese die Nachfolgeregelung auf eine Weise anpacken, die gelingt.

Und das heisst aus meiner Sicht: Das eigene Unternehmen so weiterzuentwickeln, dass es attraktiv für die kommende Generation ist.

Nachfolgeregelung als emotionale Herausforderung

Ist Ihr Unternehmen attraktiv für die kommende Generation? Vielleicht für Ihre Kinder? Eines Ihrer Kinder?

Wenn Sie sich diese Frage stellen, so betreten Sie ein sehr emotionales Gebiet. Weil diese Attraktivität enorm viel mit der Persönlichkeit der älteren Generation zu tun hat. 

Ich merke das immer wieder, wenn ich Unternehmen bei der Nachfolgeregelung berate. Gerade leidenschaftliche Unternehmer sehen in der Frage nach dem Wert ihres Unternehmens schnell die Frage nach ihrem Wert als Unternehmer. Und wenn dann bei der Frage nach der Attraktivität eines Unternehmens herauskommt, dass diese gesteigert werden muss, dass das Unternehmen, so wie es aktuell aufgestellt ist, wenig Zukunftsfähigkeit hat – ja, dann klingt das schnell nach: „Ich habe es nicht richtig gemacht.“

Nachfolgeregelung ist gerade in Familien daher eine grosse emotionale Herausforderung, die schnell in unsachlichen Diskussionen endet. Somit besteht meine Aufgabe, wenn ich mir die Chancen und Möglichkeiten der Businesstransformation mit Blick auf die Nachfolge ansehe, zu einem grossen Teil darin, diese Emotionen in den Griff zu bekommen. 

Nur wenn das gelingt, kann der Unternehmer, der sich heute in der Verantwortung sieht, sein Unternehmen für die Zukunft entwickeln – und das heisst: Die heutige Generation darf ihre unternehmerischen Entscheidungen, darf ihre Unternehmen nicht konservieren. 

Nachfolgeregelung als Zukunftscheck

Lösen Sie sich von Ihren Emotionen, die eng mit dem Wert verknüpft sind, den Sie Ihrem Unternehmen, Ihrem Lebenswerk beimessen, so finden Sie mit offenem Blick Antworten auf Fragen wie: „Ist mein Unternehmen überhaupt nachfolgefähig – oder müssen wir es dafür verändern?“, „Was erwartet die Familie von der Firma und die Firma von der Familie?“, „Was ist zu tun, wenn keine Nachfolger da sind?“ – und der Klassiker: „Was tun, wenn meine Kinder mein Unternehmen nicht übernehmen wollen?“

In jedem Fall ist es sinnvoll, wenn Sie sich früh mit diesen Fragen beschäftigen, weil Sie auf diesem Weg schon früh daran denken, Ihr Unternehmen weiterzuentwickeln – und die Zukunft mitzudenken. Die nachfolgende Generation ist die Zukunft – Sie sollten sie ernst nehmen, ohne sich von Emotionen die Sicht auf die verschiedenen Möglichkeiten nehmen zu lassen, die Sie haben.

Vielleicht möchten Ihre Kinder Ihr Unternehmen nicht übernehmen, weil Sie etwas Eigenes aufbauen wollen, weil sie erkennen, dass Ihr Markt nicht der Markt ist, der ihre Zukunft bestimmen wird? Dann könnte eine mögliche Option sein, Ihr Unternehmen „aufzuhübschen“, um einen möglichst guten Preis bei einem Verkauf zu erzielen, der dann für das neue Business der nachfolgenden Generation das Startkapital ist.

Vielleicht sind die Probleme bei der Nachfolgeregelung aber auch darin zu suchen, dass die Struktur Ihres Unternehmens, Ihr Führungsstil, die Organisation Ihres Business, nicht mit dem Lebensstil der nächsten Generation zusammenpasst? Weil die nächste Generation andere Werte vertritt, ein anderes Unternehmertum?

Wir leben in einer Zeit großer Umbrüche und Unsicherheit – und ich bin überzeugt, dass sich gerade auch bei der Nachfolgeregelung zeigt, wie wichtig es ist, dass sich Unternehmer und Entscheider darauf einlassen, ein anderes, ein neues Betriebssystem für ihr Unternehmen einzuführen. Damit das Unternehmen kein Spielball dieser Umbrüche ist. Damit die neue Generation ein Betriebssystem vorfindet, das ihnen erlaubt, selbst die Zukunft zu gestalten, auf eigene Weise unternehmerisch tätig zu sein und eigene Ideen zu entwickeln.

Wenn Sie etwas von Wert hinterlassen möchten, dann lösen Sie sich von dem Wert, den Ihr Unternehmen bislang für Sie hat – und erkennen Sie, welchen Wert Ihre unternehmerische Tätigkeit auch in Zukunft haben kann (im meinem nächsten Blog gehe ich den persönlichen Aspekten der unternehmerischen Entwicklung nach). 

Konservieren Sie nicht Ihr Business für die nachfolgende Generation, sondern ermöglichen Sie mit Ihrem Business, Ihrer Erfahrung, unternehmerische Weiterentwicklung und stützen somit unsere Gesellschaft auch in Zukunft.

Ihr Markus Hotz

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Egal, ob aus dem Engadin, von Hawaii oder von einem anderen schönen Plätzchen dieser Welt: Markus Hotz schickt Ihnen Geschichten aus seinem Leben als Transformator, schenkt Ihnen Denkanstösse und versetzt Ihnen den manchmal nötigen Push in einer Zeit der Veränderung – ohne Jammern, dafür mit ansteckendem Tatendrang. Und weil sein Sport bei ihm eine hohe Priorität hat, auch sicherlich nicht zu oft.

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