Was bedeutet für Sie Freiheit? Für mich persönlich ist Freiheit, wenn ich auf mein Leben zurückblicke, mein zentralster Wert. Dinge entscheiden und tun zu können, die ich im besten Fall zu 100 Prozent will und nicht zu 100 Prozent nicht will – das ist Freiheit.
Ich erarbeite mir Gestaltungsspielraum, um nicht in Abhängigkeiten zu geraten, die für mich nicht gesund sind. Abhängigkeiten von Menschen, von Unternehmen oder von Umständen, die nicht zu mir passen.
Das ist mein Verständnis eines gelungenen Lebens. Und dann stellt sich die entscheidende Frage: Wie erreicht man das?
Freiheit braucht finanzielle Souveränität
Meine These ist klar: In unserer heutigen Welt ist Geld das zentrale Tauschmittel, mit dem wir uns ein Stück Unabhängigkeit sichern können.
Denn was bedeutet es, kein Geld zu haben? Es bedeutet Abhängigkeit. Von Familie. Von Freunden. Von Institutionen. Und jede Abhängigkeit hat ihren Preis.
Diesen Preis können Sie auch „müssen“ nennen.
Und genau dieses „Müssen“ ist das Gegenteil von Freiheit. Wer kein finanzielles Polster hat, gerät schnell in eine Mühle, in der fremde Regeln über das eigene Leben bestimmen.
Ich sage das bewusst zugespitzt: Ich möchte nie gezwungen sein, etwas zu tun, das mir nicht entspricht – nur um existenziell abgesichert zu sein. Und ich schätze mich glücklich, dass mir das gelungen ist.
Weil ich so mein Leben leben kann, aber auch weil ich so mein Business am besten ausüben kann.
Wer Transformation gestalten will, braucht innere und äußere Unabhängigkeit. Finanzielle Souveränität ist dafür kein Luxus, sondern Voraussetzung. Transformation entsteht aus „Ich will“ – nicht aus „Ich muss“.
Aus diesem Gedanken heraus ergibt sich ein Mindset, das Geld aus der Perspektive der Selbstverantwortung betrachtet – als erlernbare Könnerschaft.
Reichtum ist kein Zahlenwert
Was aber ist der Unterschied zwischen der hier skizzierten finanziellen Unabhängigkeit und Reichsein?
Für mich ist Reichtum kein Zahlenwert. Reichtum ist Gestaltungsspielraum. Zeit für Familie. Zeit für Natur. Zeit für Erlebnisse. Ein alter Bekannter von mir, ein sehr vermögender Mann, rief mich kürzlich an. Ich musste das Gespräch verschieben, weil ich gerade mit meinem Sohn Skifahren war. Seine Antwort: „Du hast schon ein gutes Leben.“ Ich dachte mir: „Du hast Millionen auf dem Konto. Ich habe Millionen positiver Emotionen.“
Reichtum ist für mich die Fähigkeit, das Leben in seinen Facetten geniessen zu können – selbstbestimmt. Geld ist dafür oft ein Ermöglicher, aber nie das Ziel.
Brauchen wir also Geld, um frei zu sein? Oder werden wir frei, wenn wir unsere Bedürfnisse so weit reduzieren, dass wir kaum noch Geld brauchen? Ich denke, ob und wie viel Geld wir brauchen, um das zu tun, was wir wirklich wollen, dies ist eine wichtige Lebensfrage, die jeder für sich selbst entscheiden muss.
Ich für mich denke: Ja, theoretisch könnten wir stärker in Tauschsysteme gehen: Ich kann etwas, das andere brauchen, und erhalte dafür Unterkunft, Essen oder andere Güter. Ohne Geld.
Praktisch aber leben wir jedoch in einem Rechtsstaat mit klaren Pflichten und Strukturen. In diesem System ist Geld das dominierende Tauschmittel.
Vielleicht ändert sich das in Zukunft, es gibt durchaus Zeichen und Fingerzeige, dass dies so sein könnte. Aber aktuell ist es doch so: Wer frei ohne Druck und Angst entscheiden möchte, kommt an diesem Faktor kaum vorbei.
Freiheit ist Energie, die fliesst
Objektiv betrachtet ist Geld ein Stück Papier oder eine digitale Zahl. Sein Wert entsteht, weil wir kollektiv daran glauben und weil wir unsere Sehnsüchte hineinprojizieren. Es ist ein Projektionsraum für Möglichkeiten.
Ich betrachte Geld, wie Sie vielleicht als Leser meiner Blogs wissen, als gespeicherte Lebensenergie: Sie investieren Zeit, Kraft, Kreativität – und erhalten dafür Geld. Sie haben dann die Möglichkeit, diese Energie umzuwandeln: in Zeit, in Bildung, in Reisen, in materielle Güter, in Erlebnisse. Und durch dieses Umwandeln, diese Transformation, wird Geld zu einem Werkzeug der Freiheit.
Denn Energie sollte fliessen. Geld, das nur gehortet wird, verliert seine positive Wirkung. Es darf wachsen, ja. Aber es sollte in Bewegung bleiben – für sinnvolle Investitionen, für Entwicklung, für Lebensqualität. Für sich selbst und für andere. Geld, das „erstarrt“, macht abhängig.
Und mit Blick auf das Business denke ich, dass gerade Entscheider diese Abhängigkeit vermeiden sollten, denn dann treffen sie klarere, mutigere Entscheidungen.
Geld wird oft mit Status gleichgesetzt, mit einer Machtposition. Status und Position aber machen unbeweglich, da fliesst nichts. Stagnation ist die Folge. Das tut keinem Unternehmen auf lange Sicht gut.
Geld ist nicht Freiheit. Aber in unserem System ist es ein mächtiges Werkzeug, um Freiheit zu gestalten.
Wer Geld als Werkzeug begreift, um Leben, um Erfolg zu gestalten, der gewinnt Abstand zu Emotionen wie Gier oder Angst. Der gewinnt Freiheit.
Ihr Markus Hotz
