KMU und Könnerschaft: Menschsein als Basis des Erfolgs

Ich möchte Ihnen gerne von einer Beobachtung erzählen, die ich bereits mehrfach bei diversen Events gemacht habe, auf denen sich Entscheider treffen, um sich zu bestimmten Themen auszutauschen. Denn treffen sich Menschen aus verantwortlichen Positionen, die sich zuvor noch nicht begegnet sind, und stellen sich einander vor, und wird dann die Frage gestellt: „Was machen Sie?“, dann kommt zumeist – und das finde ich bemerkenswert – die Antwort: „Ich habe die und die Position.“ oder „Ich habe dieses und jenes Verwaltungsratsmandat.“ oder „Ich bin dort Geschäftsführer.“

Stelle ich jemandem diese Frage: „Was machen Sie?“ und er antwortet, indem er seine Position oder seine Rolle benennt, dann frage ich zurück: „Ja, aber was machen Sie?“

Warum das einen Unterschied macht und was dies für eine rumpfstabile KMU-Landschaft bedeutet, das möchte ich Ihnen gerne ausführen.

Vom Titelträger zum Wirksamkeitsstifter

Wir alle sind geprägt von einer Kultur, die Rang und Titel zur Währung macht. Das ist so ein Ego-Ding, das sehr gut wirkt und anscheinend auch nicht ausstirbt. Wir haben gelernt, uns über Funktionen zu definieren – nicht über das, was wir bewegen. 

Doch in Wahrheit interessiert die wenigsten Menschen, welchen Titel Sie tragen. Entscheidend ist, wo und wie Sie einen Unterschied machen.

Gerade im KMU-Umfeld, so meine Erfahrung – Achtung, Ego-Ding – sowohl als langjähriger Businesstransformer, der von aussen kommt, als auch als in Verantwortung stehender Verwaltungsrat zählt am Ende nicht die Visitenkarte, sondern Ihr persönlicher Beitrag: Wofür stehen Sie? Wie handeln Sie in dynamischen Situationen? Wie begegnen Sie Krisen, Unsicherheit, Tempo?

Ich erlebte und erlebe immer wieder: Wenn es konkret wird, wenn es brennt oder wenn Entscheidungen Mut brauchen – dann treten Titel in den Hintergrund. 

Dann zählt, ob jemand als Mensch ansprechbar ist, ob er zuhört, differenziert denkt, Klarheit schafft und Verantwortung übernimmt.

Was lässt Sie einen Menschen als kompetent ansehen? Nicht Titel, sondern Haltung. 

Die Kompetenzen, die uns im Business weiterbringen und auch die Unternehmen, für die wir verantwortlich zeichnen, weiterbringen, werden nicht ausschliesslich über Zeugnisse und Zertifikate attestiert oder von Positionen beglaubigt. Sie wirken durch die Aktion, durch ein Auftreten, durch den Dialog und im Miteinander. Denn dann entsteht beim Gegenüber das intuitive Gefühl: Der versteht, worum es geht. Der ist echt. Der kann das tragen. 

Das ist persönliche Könnerschaft – und sie wirkt weit stärker als jede formelle Rolle.

Rumpfstabilität: Die innere Haltung als Führungsinstrument

Ich spreche gerne von „Rumpfstabilität“. Ein Begriff, den ich in meiner Zeit als Sportler für mich entdeckt habe, der sehr gut beschreibt, was souveräne Führung für meine Begriffe im Kern braucht: eine stabile Mitte, die alles trägt. Und diese stabile Mitte finden die Inhaber und Entscheider in sich selbst – auch unter Druck.

Rumpfstabilität entsteht nicht durch Hierarchie, sondern durch Persönlichkeit. Sie entsteht, wenn Sie wissen, wer Sie sind, wofür Sie stehen und wie Sie wirken. Wenn Sie sich nicht über Positionen definieren müssen, weil Ihre innere Klarheit trägt. Weil Sie sich nicht qua Position in den Vordergrund stellen müssen, sondern Sie die Könnerschaft haben, die Könner in Ihrem Team souverän zu orchestrieren.

Und ich denke, dies ist es, was einen Unterschied macht und was eine rumpfstabile KMU-Landschaft ermöglicht.

Eine Haltung, die Entscheidern erlaubt, nicht nur korrekt zu handeln, sondern das Richtige zu tun. Denn das Leben – und besonders das Geschäft – ist dynamisch. Krisen verlaufen nie entlang von Prozessen. Was zählt, ist die Fähigkeit, in der Situation präsent zu bleiben, handlungsfähig, menschlich. Was zählt, sind Entscheider, die verstehen, dass es um das eigene Menschsein als Basis des Erfolges geht, wenn ihnen die Frage gestellt wird: 

„Was machen Sie?“

Ihr Markus Hotz

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Egal, ob aus dem Engadin, von Hawaii oder von einem anderen schönen Plätzchen dieser Welt: Markus Hotz schickt Ihnen Geschichten aus seinem Leben als Transformator, schenkt Ihnen Denkanstösse und versetzt Ihnen den manchmal nötigen Push in einer Zeit der Veränderung – ohne Jammern, dafür mit ansteckendem Tatendrang. Und weil sein Sport bei ihm eine hohe Priorität hat, auch sicherlich nicht zu oft.

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